Aufstellung

Drei Festungen auf drei Gipfeln des Besparmak-Gebirges ermöglichen im Mittelalter die Verteidigung der gesamten Nordküste:

St .Hilarion

Nur aus nächster Nähe kann man die Burgmauern der in einer Höhe von 725 m auf einem Gipfel des Besparmak-Gebirges gebauten Burg erkennen. Sie scheint aus dem schroffen Fels herausgemeisselt zu sein: die mittelalterliche Burg St. Hilarion.

Im 10. Jhd. bauten die Byzantiner zu Ehren des dort lebenden Heiligen, dem syrischen Einsiedlers Hilarion dem Grossen eine Kapelle, die nach ihm benannt wurde. Danach wurde daraus ein Kloster und später wurde es zu einer Burg umgebaut. Es diente den zypriotischen Königen auch als Sommerresidenz.

St. Hilarion ist sehr weitläufig. Der obere Teil der Burg ist über Treppen zu erreichen. Die Treppen sind überwiegend mit stabilen Geländern versehen. Hier wird man nach dem Treppensteigen mit einem herrlichen Ausblick nach Girne, Karmi und in den Osten der Nordküste belohnt.

Kantara


Die Burg Kantara wurde von den Byzantinern im 11. Jhd. erbaut. Ihre Lage ist einmalig. Obwohl sie auf einem Besparmak-Gipfel mit “nur” 700m erbaut wurde, liegt sie trotzdem hoch genug für ein Panorama in alle vier Himmelsrichtungen. Sowohl die Nordküste wie auch die Südküste der Insel bis nach Gazimagusa ist zu sehen. Aber auch für sie gilt: Nur aus nächster Nähe kann man die Burgmauern erkennen.
Sie ist die am östlichsten gelegene der drei Festungen, am Ansatz der Karpas-Halbinsel.

Wir fuhren von Girne aus die nördliche Küstenstrasse entlang an endlosen Stränden und kleinen Dörfern vorbei. Ein paar Kühe auf der Strasse, die auch ein hupendes Auto nicht störte. Nach einiger Zeit verliessen sie dann die Strasse und wir hatten wieder freie Fahrt. Pause machten wir im Eagles Nest, einem kleinen Restaurant hoch oben auf den Felsklippen mit einem herrlichen Ausblick aufs Meer. Eigentlich wollten wir die Küstenstrasse bis Kaplica fahren, aber durch einen Wegweiser „Kantara“ fuhren wir bereits bei Mersinlik ab.

Die Strasse führte in direkt in den Berg hinein und in Serpentinen gings nach oben. Wir machten eine kurze Rast, plötzlich schrie ein Tier und ehe wir überhaupt realisiert hatten, was das sein könnte, sahen wir es auch schon: Aus dem Gebüsch ca. 6 m vor uns kam eine schwarze Schlange heraus. An ihrem Schwanz hatte sich eine Feldmaus (das stellte sich dann später heraus) festgebissen. Zunächst dachten wir, die Schlange würde die Maus fressen, aber es war genau umgedreht. In diesem Moment sah die Maus uns, erschrak und liess ihr Mittagessen los. Die Schlange war ruckzuck im Gebüsch der anderen Strassenseite verschwunden, die Maus musste erst ihren Schreck überwinden und verschwand dann auch im Gebüsch zurück. Ein Erlebnis der besonderen Art wie man auch im Foto sehen kann.

Danach ging es weiter zur Burg. Kantara ist nicht so weitläufig wie St. Hilarion, aber auch hier führen wieder Treppen nach oben, diesmal aber ohne Geländer. Der Ausblick, der sich uns bot, war grandios: man konnte die Karpaz-Halbinsel mit beiden Küsten sehen, aber auch Richtung Süden nach Gazimagusa und auf der anderen Seite die Nordküste in Richtung Girne. Nach einer Rast verabschiedeten wir uns von Kantara und fuhren über Kaplica und Iskele auf der doppelspurigen Schnellstrasse wieder zurück.

Buffavento


Buffavento ist das italienische Wort für “Windstoss” und diesem Namen wird die dritte Burg auch wirklich gerecht. Oft liegt sie in den Wolken oder Nebelschwaden eingehüllt. Sie ist nicht nur die höchstgelegenste, sondern auch die am schwierigsten zu erreichende, die am stärksten zerstörte und die geheimnisvollste Burg.
Die Byzantiner errichteten Buffavento im 11. Jhd. n. Chr. ohne aufwändige Festungsbauten. Diese waren aufgrund der schwindelerregenden Lage (930 m ü. d. M.) der Burg nicht nötig. Allerdings war es nicht so einfach, zunächst einmal eine Grundlage für die Burg zu schaffen, denn das Gebiet war zerklüftet mit seinen Abhängen und Felsspitzen.
Nachdem wir die Hauptstrasse verlassen hatten, fuhren wir auf der “weissen” Strasse, also einer sogenannten “stabilisierten Nebenstrasse” weiter zum Parkplatz, von dem aus der Weg zum Aufstieg zur Burg beginnt. Kennzeichen des Parkplatzes ist ein Olivenbaum und einem kleinen Denkmal für die Opfer eines Flugzeugabsturzes. Wir fuhren etwa 20 min. auf dieser Strasse und waren sehr froh, mit einem Jeep unterwegs zu sein. Ein normaler Wagen hätte bei den tiefen Löchern und den Steinen ziemlich schnell aufgesessen. Nach einer kurzen Rast auf dem Parkplatz wanderten wir zur Burg hoch. Der Weg ist nicht sehr breit, mit natürlichen Treppen, aber auch losem Geröll. Der Weg zur Burg ist nicht mit Geländer abgesichert. Gutes Schuhwerk ist unverzichtbar. Für den Aufstieg benötigten wir etwa 45 Minuten. Aufgrund des nicht so klaren Wetters war die Sicht eingeschränkt, aber trotzdem immer noch überwältigend. In der Burg selbst führen Treppen mit Geländer zur nochmals 30 m höheren Oberburg.
Vor dem Abstieg war es mir nicht so einerlei, aber es klappte besser wie gedacht.
Ein Wort noch zu Getränken: Ausser bei der Burg St. Hilarion gibt es weder bei der Burg Kantara noch bei der Burg Buffavento direkt eine Möglichkeit Getränke zu kaufen. Wir hatten bei jedem dieser Ausflüge ausreichend Mineralwasser dabei.

Girne


Girne wird als die schönste Stadt Zyperns bezeichnet. Das Hafenstädtchen liegt an einer romantischen Hafenbucht und bietet eine unvergleichliche Kulisse: die mittelalterliche Seefestung, die Häuser mit ihren kleinen Balkonen und im Hintergrund den Gebirgszug des Besparmak-Gebirges.
Die älteste und zugleich besterhaltendste Festungsanlage Zyperns ist die Seefestung von Girne. Der möchtige Bau wurde vermutlich schon im 7. Jhd. von den Byzantinern erbaut. Unter der Herrschaft von Guy de Lusignans wurde die Burg erheblich ausgebaut. Die Venezianer schliesslich bauten im 16. Jhd. die gewaltigen Mauern und Bastionen, die auf den Hafen blicken. Sechsmal wurde die Festung in ihrer langen Geschichte belagert, aber niemals erobert.
In der Festung ist auch das Schiffswrack-Museum beheimatet. Hier wird der Rumpf und zahlreiche Ausrüstungsgegenstände eines vor rd. 2.300 Jahren vor Girne gesunkenen Küstenseglers präsentiert. Es ist das älteste der bisher gehobenen Handelsschiffe der Welt mitsamt Ladung, u.a. 404 Weinamphoren, die auch rund 10.000 Mandeln und 29 Mühlsteine enthielten. Bemerkenswert ist, dass der Schiffskörper aus Pinienholz (14,3 m lang und 4,4 m breit) im Gegensatz zu späteren Schiffsbautechniken vom Kiel her nach oben gebaut wurde. Das Schiffswrack wird in einem Raum mit Klimaanlage ausgestellt. Die Klimaanlage ist zur Erhaltung des Wracks unerlässlich.
Von der Festungsmauer hat man einen sehr schönen Ausblick auf den Hafen und die Strandpromenade von Girne. In den kleinen Restaurants am Hafen kann man wunderbar sitzen, die Atmosphäre geniessen, etwas trinken und vielleicht am Meze naschen.

Lefkosa


Mitten in der Meserya-Ebene rund 155 m ü. d. M. liegt Lefkoşa, das heutige Verwaltungszentrum Nordzyperns. Die Stadt ist der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt von Nordzypern. Unter der Regierung Lusignans erlebte die Stadt einen stürmischen Aufschwung. Sie wurde Inselhauptstadt. Zahlreiche Baudenkmäler zeugen von dieser Zeit. Die Venezianer bauten eine kreisförmige Befestigung von 4,8 km Länge mit elf Bastionen, drei Toren und breiten Gräben um die Stadt. In dieser Befestigung befindet sich die quirlige Altstadt. Im türkischen Viertel befinden sich die frühere St. Sophien-Kathedrale und heutige Selimiye-Moschee, ausserdem noch der Basar und Büyük Han, eine alte Karawanserei.
Mit einem Dolmus nach Lefkoşa zu fahren, hat den Vorteil, dass man direkt in die Altstadt gefahren wird. Nach unserer Ankunft suchten wir als erstes das Saray-Hotel auf. Von der Dachterrasse des Hotels hat man einen sehr guten Überblick über die Stadt bis hin zum Besparmak-Gebirge mit der Fahne Nordzyperns und in den südlichen Teil Zyperns.
Unseren Stadtrundgang begannen wir bei der St. Sophien-Kathedrale. Sie entstand zwischen 1209 und 1326 im gotischen Stil Frankreichs. Die ehemalige Krönungskirche für die Herrscher der Lusignans gilt noch heute als bestes Beispiel für mittelalterliche Kirchenarchitektur auf Zypern. Nach der Machtübernahme durch die Osmanen wurde sie zur Moschee umgewandelt und erhielt den Namen Ayasofia-Moschee. Die Fassadentürme baute man zu Minaretten um und der Innenraum erhielt eine Gebetsnische und ein Koranpult. War sie einst Mittelpunkt des religiösen Lebens zu Zeiten der Lusignans, wurde sie nun die Hauptmoschee in Lefkoşa und das religiöse Zentrum des Islams auf Zypern. Seit 1945 trägt sie den Namen von Sultan Selim II. (als Selimiye). Dieser Sultan gab 1570 den Befehl zur Eroberung Zyperns.
Hier sehen Sie nun einige Bilder aus Lefkoşa.

Abtei Bellapais


Die alte gotische Abtei Bellapais liegt ca. 6 Kilometer östlich von Girne am Nordhang des Besparmak-Gebirges. Sie gilt als das bedeutendste und schönstgelegene gotische Bauwerk Zyperns. Gebaut wurde die Abtei von Praemonstratenser-Mänchen. Der Praemonstratenser-Orden wurde 1121 durch den Hl. Nobert in Premontre (Frankreich) gegründet. Sie wurden 100 Jahre später durch den Lusignans nach Zypern gerufen.
Abbaye de la Paix (Abtei des Friedens) und später Abbeé Blanche (die Ordensmitglieder trugen eine weisse Tracht) waren die früheren Namen von Bellapais.
Nach unserem Ausflug zur Burg Buffavento fuhren wir nach Bellapais. Die Abtei ist schon von weitem zu sehen. Durch kleine Strassen ging es durch den Ort durch auf den Parkplatz hinter der Abtei. Ein sehr beschaulicher Ort mit einer sehr gepflegten, kleinen parkähnlichen Anlage. Faszinierend für mich sind immer wieder die Bögen... hier nun die gotischen Bögen des Kreuzgangs.
Nach dem Besuch der alten Abtei gingen wir in das Restaurant Abbey Bell Tower. Hier kann man wunderbar auf dem Dach des Hauses sitzen, die Aussicht und ein köstliches Meze geniessen.
Wir fühlten uns hier so wohl, dass wir noch öfters zum Essen in diesem Restaurant waren. Einmal waren wir auch abends zum Essen in diesem Restaurant. Der Anblick der sich uns bot war wunderschön: die Abtei wurde mit einem orange-gelb-farbenen Licht angestrahlt... romantisch-schön!

Halbinsel Karpaz


Die Halbinsel im Osten Nordzyperns ist nur dünn besiedelt und touristisch kaum erschlossen. Die Natur hat hier wieder die Oberhand gegenüber dem Menschen gewonnen. Die Pflanzen- und Tierwelt entwickelt sich dort völlig frei. Herden wilder Esel ziehen über das Land. Man findet dort nur wenige Steinhäuser und das soll auch so bleiben. Wir erfuhren, dass lediglich Holzhäuser gebaut werden dürfen, damit der Eingriff in die Natur gering bleibt.
Ein weiterer Höhepunkt unseres Aufenthaltes auf Nordzypern war unser Tagesausflug auf die Halbinsel Karpaz. Hier hatten wir uns entschlossen nicht ohne fachkundige Reiseleitung auf Tour zu gehen. Uns wären viele Dinge und Erlebnisse ansonsten entgangen.
Mit einer kleinen Gruppe starteten wir von Girne aus in östliche Richtung nach Bogaz. Die Strecke dorthin führte uns über das Besparmak-Gebirge, vorbei am Fünffingerberg, der als Besparmak (türkisch) oder Pentadaktylos (griechisch) dem Gebirge seinen Namen gab. Über Gecitkale ging es dann weiter nach Bogaz. In dem kleinen Fischerhafen hatten wir eine kurze Rast. Danach ging es weiter zu einer Olivenmühle. Hier konnten wir der Herstellung von Olivenöl zusehen.
Weiter ging es über Pamuklu und Gelincik nach Sipahi. Am Ortsende von Sipahi befindet sich die ehemalige Basilika Agia Trias. Nach Besichtigung der Basilika mit ihren freigelegten Mosaikböden fuhren wir zum Mittagessen in ein kleines Restaurant an die Südküste des Karpaz. Das Restaurant “Burhan” liegt direkt an einem sehr schönen Sandstrand. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter zum Kloster Apostel Andreas mit seiner Heilquelle. Die mittelalterliche Heiligenlegende sagt, dass dem Apostel Andreas während seiner Schiffsreise nach Palästina die Wasservorräte ausgingen. Der Kapitän legte daraufhin an der zypriotischen Küste an. Doch so sehr sie auch suchten, sie fanden kein Trinkwasser an der felsigen Küste. Nahe der Verzweiflung schlug Andreas seinen Stab gegen einen Felsen und Wasser begann zu fliessen. Alle tranken von dem klaren Quellwasser und wuschen sich. Als sie in Palästina schliesslich einliefen, konnte der Kapitän auch auf seinem blinden Auge wieder sehen. Aus Dankbarkeit errichtete der Kapitän einen Schrein und im 15. Jhd. liess schliesslich ein Zypriote eine fränkische Kapelle bauen, in der heute Ikonen ausgestellt werden. Über diese Kapelle wurde in neuerer Zeit eine Klosterkirche gesetzt. Das Kloster ist heute vom Verfall bedroht. Früher übernachteten hier die zahlreichen christlichen und muslimischen Pilger, die hier Erlösung von ihren Leiden erbaten. In der Klosterkirche befinden sich unzählige Votivgaben von Pilgern.
Die Quelle sprudelt mittlerweile aus drei Leitungen: eine für Gesundheit, eine für Liebe und eine für Geld. Ungeklärt ist, welche Leitung für was zuständig ist. Also haben wir unsere Flasche aus allen drei Leitungen gefüllt.
Auf der Rückfahrt machten wir in Dipkarpaz Station. Hier hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art: Wir konnten bei der Herstellung von einer leckeren Süssspeise (Gözlemek) zusehen. Die junge Frau walzte einen sehr dünnen Teig aus, bestrich ihn mit Butter und Honig. Danach wurde der Teig zusammengefaltet und auf einer heißen Eisenplatte gebacken. Wir genossen Gözlemek mit einem Glas türkischen Tee’s. Köstlich!
Auf der Rückfahrt nach Girne erhielten wir dann von unserer Reiseleiterin noch viele Informationen über das Leben auf Nordzypern und die türkische Sprache. Fazit: Der Anschluss an eine Reisegruppe hat sich, dank einer sehr guten Reiseleiterin, auf jeden Fall gelohnt. Wir hätten vieles nicht gesehen und nie erfahren. Hier können Sie die Fotos vom Karpaz sehen.

Salamis, Gazimagusa

Ausflug zum Kloster St. Barnabas, den Königsgräbern, Salamis und in die Altstadt von Gazimagusa
Am westlichen Rand der Nekropolis von Salamis befinden sich die Kirche und das Kloster von St. Barnabas. Die Klosterkirche wurde 477 n. Chr. gebaut, aber im Jahr 1756 durch den Erzbischof Philotheos umgebaut.
Barnabas war der Sohn einer jüdischen Familie aus Salamis. Er studierte in Jerusalem und kehrte mit dem heiligen Paulus und Markus 45 n. Chr. nach Zypern zurück, um das Christentum zu verbreiten. Man ermordete ihn und versteckte die Leiche zunächst im Sumpf, um sie später in der Nacht ins Meer zu werden. Markus nahm die Leichnam und begrub ihn in einer unter einem Johannisbrotbaum befindlichen Höhle westlich von Salamis. Dem Leichnam legte er eine Abschrift des Matthäus-Evangeliums auf die Brust. Lange Zeit blieb das Grab unentdeckt, bis 432 Jahre später dem Bischof Anthimos von Salamis der Ort in einem Traum offenbart wurde. Das Grab wurde geöffnet und man fand eine Leiche und das Evangelium. Der byzantinische Kaiser Zenon bestätigte daraufhin den apostolischen Ursprung der zyprischen Kirche. Die Kirche Zyperns erhielt daraufhin die Unabhängigkeit und ein eigenes Oberhaupt.
Bis 1976 waren noch drei Brüder, die Priester waren im Kloster. Aus Alters- und Gesundheitsgründen verliessen sie das Kloster und gingen in den Süden. Seither ist das Kloster St. Barnabas ein Museum für Ikonen und Archäologie.
Zwei Kilometer von St. Barnabas entfernt kommt man zur Nekropole von Salamis. In den sechziger Jahren wurden hier zahlreiche und kostbar ausgestattete Königsgräber und Grabfelder der ärmeren Menschen freigelegt. Dabei wurden Grabbeigaben gefunden, die zusammen mit architektonischen Details und Spuren von Kulthandlungen Rückschlüsse auf das Leben der Menschen von Salamis geben.
Salamis wurde ca. 1184 v. Chr. gegründet und im 4. Jhd. durch Erdbeben zerstört. Kaiser Konstantius baute die Stadt unter dem Namen Konstantia wieder auf und sie wurde ein bedeutendes Handelszentrum (über 100.000 Einwohner). Das Ende der Stadt begann: der Hafen versandete nach und nach, Erdbeben zerstörten die Bauten und die Araber verwüsteten im 7. Jhd, die Stadt. Die Bewohner gaben den Ort auf. Das Gelände der antiken Stadt ist heute mit Flugsand bedeckt und dicht bewaldet. Ca. 10 % der gesamten Fläche ist bisher freigelegt worden. Dazu gehören das Amphitheater, das Gymnasium, Bäder, Brunnen, Zisternen, Latrinen, frühchristliche Basiliken und Marktplätze.
An der Ostküste Zyperns liegt die Hafenstadt Gazimagusa (Famagusta). Ihre grösste Bedeutung hatte die Stadt im Mittelalter unter der Herrschaft der Lusignans. Es war ein Handelszentrum zwischen Ost und West und galt als eine der reichsten Städte der damaligen Welt. Paläste, Kathedralen und Kirchen gibt es in grosser Zahl. Die Venezianer bauten eine 3500 m lange massive Verteidigungsanlage um die Stadt. Heute ist Gazimagusa ein Zentrum des Fremdenverkehrsamt und der Haupthafen Nordzyperns.
Eine der Zitadellen des Verteidigungswall wurde später auch “Othello-Turm” genannt, denn hier - “in einem Hafen auf Zypern” - sollen sich jene dramatischen Ereignisse um Desdemona und ihren eifersüchtigen Ehemann abgespielt haben. William Shakespeare hat die Ereignisse in seiner Tragödie “Othello” verewigt.
Eine weitere Sehenswürdigkeit (besser gesagt: “Schmeckenswürdigkeit”) ist die Konditorei “Petek”. Die Kuchen- und Gebäcktheke ist lang.... und in ganz Nordzypern bekannt. Wir können nur bestätigen, dass die Torten und das Gebäck superlecker sind. Unsere Empfehlung: die Konditorei Petek darf man nicht auslassen, man hat sonst wirklich was verpasst.

Güzelyurt, Soli, Vouni

Ausflug nach Güzelyurt mit dem Kloster des Hl. Mamas, den Ausgrabungen von Soli und Vouni
Güzelyurt (das heißt “schönes Land”) ist eine kleine Stadt mit rd. 10.000 Einwohnern. Sie liegt im Nordwesten der Insel mitten zwischen weiten Zitrusplantagen. Die Küstenebene um Güzelyurt wird auch der Obstgarten Nordzyperns genannt. Aus Süsswasserresevoirs werden die Plantagen bewässert. Dieser grosse Wasserverbrauch trägt auch mit zu der im Sommer auftretenden Wasserknappheit bei. Aber die Zitrusplantagen sowie die grossen Melonen- und Gemüsepflanzungen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Nordzypern.
Im Zentrum der Stadt liegt das im 18. Jhd. gebaute ehemals griechisch-orthodoxe Kloster Agios Mamas, dem Schutzheiligen aller Tiere und Steuerzahler. Die Legende erzählt, dass der Einsiedler Mamas sich auf ungewähnliche Art und Weise von der Steuerpflicht befreien konnte. Eines Tages wurde Mamas zum Gouverneut zitiert, um zu erklären, warum er keine Steuern bezahle. Unterwegs traf er auf einen Löwen, der gerade ein Lamm reissen wollte. Der Eremit rettete das Lamm und als Strafe musste der Löwe ihn auf dem Rücken in die Stadt tragen. Der Gouverneur sah den auf einem Löwen reitenden Mamas, ergriff die Flucht und verzichtete auf die Steuerzahlung.
Die Legende erzählt weiter, dass nach dem Tod des Heiligen, der leere Sarg vom Meer ans Land getrieben wurde. Dort wurde er gefunden und an diesen visionär mitgeteilten Ort gebracht. In anderen Erzählungen lässt sich der Sarkopharg von keiner irdischen Kraft mehr bewegen und teilt damit seinen Wunsch mit, dass man hier ein Kloster gründen möge.
Heute ist in der Agios Mamas-Kirche offiziell ein Museum für Sakralkunst. In der Kirche befinden sich vorallem Ikonen, die sich mit dem Leben des Mamas beschäftigen. Auch der Sarkopharg ist zu sehen. Um die Kirche ist ein Säulengang. Faszinierend war es bei untergehender Sonne durch einen Bogen die Minarette der in der Nähe befindlichen Moschee zu sehen.
Das Theater von Soli stammt aus dem 2. Jhd. n. Chr. und wurde 1929 von schwedischen Archäologen freigelegt und grundlegend restauriert. Das hellenistisch-römische Theater wird auch heute noch für Theateraufführungen genutzt. 1966 fanden kanadische Archäologen unterhalb des Theaters eine frühchristliche Basilika mit schönen Mosaikböden. Man schätzt, dass sie aus dem 4. Jhd. stammt. Die Stadt Soli wurde ca. 600 v. Chr. errichtet. Heute ist nur ein geringer Teil freigelegt. Man erwartet bei künftigen Grabungen weitere Funde.
Die Ruinen des Palasts von Vouni liegen auf einer 250 m hohen Felskuppe nahe der Küstenstrasse. Man datiert die Bauten in das ausgehende 6. Jhd. v. Chr. In den Auseinandersetzungen zwischen perserfreundlichen und progriechischen Mächten spielte der Palast eine entscheidende Rolle. Im Jahr 380 v. Chr. die progriechischen Mächte hielten den Palast, zerstörte ein Feuer den Palast, der kurz darauf von den rachsüchtigen Bewohnern Solis bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Das Besondere an Vouni ist aber ausserdem der grandiose Ausblick bis ins Trodoos-Gebirge hinein. Der Blick hinunter auf das Mittelmeer ist atemberaubend. Auf der dem Meer gegenüberliegenden Seite wurde eine Art befestigter Hochsitz gebaut. Von hier aus hat man einen weiten Blick in das Tal und die dahinterliegenden Berge.